Modell eines Schiffes um 1820 aus Glas (Inv.-Nr.: 1932,203)

Das Schiffsmodell:
Bei dem Objekt handelt es sich um ein Segelschiffsmodell Gesamtansicht mit Vitrine_medium(Fregatte), hergestellt ver- mutlich um 1820. Es gibt Hinweise auf eine italienische (Venedig) oder französische (Nevers) Herkunft. Es gelangte 1932 als Schenkung von „Fräulein Schultz“ in den Bestand des Hamburg Museums.

Das Modell ist detailreich gestaltet und sowohl der Rumpf als auch die Takelage bestehen zum Großteil aus Gesamtansicht ohne Vitrine_mediumäußerst filigranen, in sich verdrehten Glasschnüren, welche mittels Glutinleim verbunden und mit einer Leimfarbe bemalt sind. Ergänzend sind Segel aus einseitig vermes-singtem Kupferblech und Fahnen aus Seide appliziert. Die Fahnen sind mit einem Hamburger Wappen bemalt. Auf Deck befinden sich außerdem kleine „vor der Lampe gefertigte“ Glasfiguren.
Das Schiffsmodell steht auf einem mit Watte gepolsterten Holzbrett auf und wird von einer im frühen 20. Jahrhundert hinzugefügten Vitrine umschlossen.

Zustand:
Das Schiffsmodell, sowie das Wattepolster, sind stark verschmutzt und von Schimmel befallen. Zahlreiche Glasschnüre sind durch mechanische Belastungen (ab-)gebrochen und liegen lose auf der Watteunterlage. Vereinzelte Partien der Farbschichten weisen bereits Verluste oder Abblätterungen auf. Die dünnen Blechsegel sind teilweise verknickt und auf der Messingseite korrodiert. Die seidenen Fahnen sind stark versprödet, vergilbt, zum Teil bereits eingerissen und vor Allem im Bereich der Bemalung deformiert.
Eine Glasscheibe der Vitrine ist gesprungen und zwei Fehlstellen in dieser wurden in der
Vergangenheit notdürftig mit einem Feldpostbrief aus dem Ersten Weltkrieg gesichert.

gedrehte Glasschnüre_medium         Seidenfahne mit Hamburgwappen_medium       Figuren auf Deck_medium

Restaurierungskonzept:
Das Objekt wurde im Rahmen einer Bachelorarbeit der Fachhochschule Erfurt (Fach-richtung Konservierung und Restaurierung) untersucht und es wurde ein umfangreiches Restaurierungskonzept erstellt, dessen praktische Ausführung durch eine Objektpaten-schaft ermöglicht werden könnte.
Die Restaurierung soll das Objekt in einen ausstellungswürdigen Zustand versetzen und in
erster Linie dessen Erhaltung für nachfolgende Generationen garantieren.

Die notwendigen restauratorischen Maßnahmen umfassen unter Anderem:
• Reinigung des Schiffsmodells u. der Watteunterlage (Minimierung des Schimmelbefalls)
• Zuordnung und Klebung gebrochener Glasschnüre
• Ergänzung fehlender Glasschnüre
• Festigung loser Malschichten
• Glättung und Doublierung der Seidenfahnen
• Klebung und Ergänzung der Vitrinenwand

Kalkulation: Geschätzte Kosten für den Arbeitsaufwand:  € 6000.

Die Patenschaft für dieses Objekt wurde von einem anonymen Spender übernommen.